Fasten-Lexikon

Die wichtigsten Begriffe in den 40 Tagen vor Ostern

40 Tage
Die christliche Fastenzeit dauert 40 Tage. Sie beginnt am Aschermittwoch und endet in der Osternacht. Rechnerisch sind dies 46 Tage, allerdings werden die sechs Fastensonntage nicht dazu gerechnet. Das entspricht der Zeit, die Jesus in der Wüste gefastet hat. Vor der Bischofssynode von Benevent im Jahr 1091 war das Fasten auch an den Sonntagen Pflicht.

Adventszeit
Die Adventszeit gilt neben der östlichern Fastenzeit in der christlichen Tradition als Fastenzeit und ist der Beginn des christlichen Jahreskreises mit der Vorbereitung auf Weihnachten.

Aschermittwoch
Der Aschermittwoch (lat.: Dies Cinerum) markiert im Christentum den Beginn der Fastenzeit vor Ostern und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbracht hat. Der Name Aschermittwoch kommt vom Brauch, die Asche von Palmen des Palmsonntags des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen auf der Stirn mit einem Kreuz aus dieser Asche zu zeichnen. Mit diesem Ritual soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden. Der Aschermittwoch ist auch gleichzeitig das Ende der Faschingszeit.

Askese
Askese (griech.: von askeo = üben, sich befleißigen) ist der Verzicht auf Genuss, häufig verbunden mit Konzentration auf bestimmte geistliche Übungen. Die Askese soll i.d.R. dem Erlangen eines als höherwertig, innerlich befriedigender erachteten, normalerweise religiösen, Zieles dienen.
Askese kann mit einem konkreten Ziel verbunden sein, wie beispielsweise Fasten, um geistige Klarheit für eine wichtige Entscheidung zu gewinnen. Der Verzicht auf Dinge, die in einer Kultur als unrein oder unerlaubt gelten, ist keine Askese - Beispiele dafür wären der Verzicht auf Schweinefleisch im Judentum oder auf Alkohol im Islam.

Auferstehung Christi
Der Glaube an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist das zentrale und charakterisierende Element des Christentums. Dies wird im Osterfest, dem bedeutendsten Fest der Christenheit, gefeiert.

Beichte
In der Fastenzeit schränkt sich der Mensch bewusst ein, um u.a. eine Schulung des Geistes zu bewirken. Fastenzeit ist eine Zeit der Buße und der Umkehr. Daher sollen Katholiken während der Passionszeit mindestens einmal die Beichte ablegen.

Buchinger-Heilfasten
Beim Buchinger-Heilfasten (Dr. Otto Buchinger, deutscher Arzt, 1878-1966) und dem ähnlichen Fasten nach Mayr (Dr. Franz Xaver Mayr, österreichischer Arzt, 1875-1965) wird mit Gemüsebrühe und Säften eine geringe Menge Kalorien, Vitamine und Mineralien zugeführt. Das verringert die Belastung für den Stoffwechsel. Hinzu kommen darmreinigende Einläufe.
Es gibt verschiedene Arten des Heilfastens, die nach ihren Erfindern benannt sind, z.B. das Buchinger-Heilfasten oder Fasten nach Mayr.

Bußzeit
Die Fastenzeit ist eine Bußzeit. Der gläubige Mensch soll sich in der Fastenzeit auf seine Fehler und Schwächen besinnen und diese beichten.

Diät
Diät kommt von diaita (griech.) und bedeutet "Lebensweise". Als Diät wird seit Hippokrates ein Heilverfahren bezeichnet, bei dem dauernd oder über einen hinreichend langen Zeitraum eine spezielle Auswahl von Nahrungsmitteln eingenommen wird. Zumeist wird dabei die Aufnahme bestimmter Stoffe reduziert oder im anderen Falle gefördert, die in einigen Lebensmitteln in besonders hohem Anteil enthalten sind. Eine Diät beachtet spezielle Nahrungsmittel, während beim Fasten die Nahrungsaufnahme generell beschränkt wird. Der messbare Erfolg von Diäten ist bis heute umstritten. Meist kommt es nach Absetzen einer Diät zum sogeannten Jojo-Effekt und der gewonnene Gewichtsverlust geht binnen kurzer Zeit wieder verloren.

Ernährungsumstellung
Unter Ernährungsumstellung versteht man eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, insbesondere solcher, die zu Übergewicht oder Krankheiten aufgrund von Fehlernährung geführt haben. In der Wissenschaft besteht heute Einigkeit darüber, dass therapeutisches Fasten (Diät) dauerhaft oft nur durch eine Ernähurngsumstellung Erfolg bringt.

Fasten
Fasten (v. gotisch: fastan = (fest)halten, beobachten, bewachen) ist eine Beschränkung der Nahrungsaufnahme zur körperlichen und seelischen Reinigung. Fasten als Gestaltungselement des Lebens ist historisch in allen Religionen belegt und kommt in verschiedensten, oft festgelegten Formen vor: auf bestimmte Zeitabschnitte, kollektiv oder individuell, als völliger oder teilweiser Nahrungsverzicht sowie auf bestimmte Dinge wie Genussmittel, Fleisch, Alkohol etc.

Fastensonntag
Die christliche Fastenzeit umfasst sechs Sonntage, die fastenfrei sind: Die fünf Fastensonntage und den Palmsonntag.
Die Sonntage der Fastenzeit werden nach den Anfangsworten des Eingangsgebet der Messe benannt:
1. Fastensonntag: Invocavit (Invocavit me = Er hat mich angerufen)
2. Fastensonntag: Reminiscere (Reminiscere miserationum tuarum = Denk an deine Güte)
3. Fastensonntag: Oculi (Oculi mei semper ad Dominum = Meine Augen schauen immer auf zum Herrn)
4. Fastensonntag: Laetare (Laetare, Jerusalem = Freu’ dich, Jerusalem)
5. Fastensonntag - Passionssonntag: Judica (Judica me, Deus = Schaff' mir Recht, Gott).

Fastentuch
Das Fastentuch (auch Hungertuch, Palmtuch, Passionstuch oder Schmachtlappen) verhüllt während der Fastenzeit in katholischen Kirchen die bildlichen Darstellungen Jesu, in der Regel das Kruzifix. Es entstand aus dem jüdischen Tempelvorhang, der im Neuen Testament im Zusammenhang mit dem Kreuzestod Jesu mehrfach erwähnt wird (Mt 27,51; Mk 15,38; Lk 23,45).

Fastenwandern
Das Fastenwandern verbindet das Fasten bzw. das Heilfasten mit dem Wandern. Man unternimmt beim Fastenwandern, oft in Gruppen, weil es dann leichter fällt und gemeinsam mehr Spaß macht, Tag für Tag Wanderungen durch die Natur, ohne jedoch unterwegs Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Einziger Proviant ist ein Vorrat an Wasser oder ungesüßtem Kräutertee. Abends genehmigt man sich eventuell eine Gemüsebrühe.

Fasttage, verbindlich
Bis 1966 war in der römisch-katholischen Kirche an Freitagen und in der österlichen Bußzeit das Fasten für jeden Gläubigen verbindlich vorgeschrieben. Durch Papst Paul VI wurde das Fasten jedoch neu geordnet. Seit dem gelten nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag als verbindliche Fasttage, an den übrigen Tagen der Passionszeit wird das Fasten jedoch eindringlich empfohlen.

Fischessen
Traditionell wird in Bayern der Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch mit einem Fischessen begangen. Dadurch soll symbolisch der Abschied vom Fleisch in der Fastenzeit verdeutlicht werden.

Fleisch
In der katholischen Kirche ist für die Fasttage genauestens vorgeschrieben, wie die Gläubigen fasten müssen: Fleisch hat hier auf dem Speiseplan nichts zu suchen. Außerdem darf nur eine Hauptmahlzeit und eine kleine Stärkung zu den anderen beiden Tischzeiten eingenommen werden.

Glyx-Diät
Bei der Glyxdiät sollen nur Lebensmittel mit einem niedrigen Glyx verzehrt werden. Der Glyx-Faktor beschreibt dabei die Blutzuckerreaktion des Körpers auf ein bestimmtes Nahrungsmittel. Je höher der Glyx eines Lebensmittels, desto schneller bekommt man wieder Hunger. Lebensmittel mit niedrigem Glyx sind z.B. frisches Gemüse oder Joghurt.

Gründonnerstag
Der Gründonnerstag ist der Tag vor dem Karfreitag und gehört somit zu den Kartagen. Er ist seit dem 12. Jahrhundert die volkstümliche Bezeichnung für den Tag, an dem nach christlicher Überlieferung das letzte Abendmahl stattgefunden hat. Wegen des nahenden Todes Jesu am folgenden Karfreitag ist er ein Trauertag.

Halleluja
In der katholischen Liturgie ist das Halleluja mit eingefügtem Psalm- oder Christus-Wort die feierliche Begrüßung des Evangeliums, gelegentlich zudem dessen Abschluss.

Karfreitag
Der Karfreitag ist der Freitag vor Ostern. An diesem Tag wird der Kreuzigung Jesu Christi gedacht. In der Katholischen Kirche ist der Karfreitag ein strenger Fast- und Abstinenztag. Die Tradition, freitags grundsätzlich kein Fleisch zu essen, ist auf den Karfreitag zurückzuführen. Die liturgische Ordnung der Katholischen Kirche kennt für den Karfreitag eine besondere Struktur des zentralen Gottesdienstes: Diese "Feier vom Leiden und Sterben Christi" besteht aus den drei Teilen Wortgottesdienst, Kreuzverehrung und Kommunionfeier. Sie beginnt meist gegen 15 Uhr, zur überlieferten Todesstunde Jesu (die "neunte Stunde", nach damaliger Zeiteinteilung).
Neben der Hauptfeier sind der Kreuzweg und die Karfreitagsprozessionen beliebte Formen. In Deutschland ist der Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag.

Karfreitagsratschen
Einem alten religiösen Brauch zufolge wird das Glockengeläut in den katholischen Kirchen von Gründonnerstag bis Karsamstag durch hölzerne Instrumente (Ratschen oder Knarren) ersetzt. Man sagt: "Die Glocken fliegen nach Rom, um geweiht zu werden". Nicht selten bleibt dabei auch die Orgel in vielen katholischen Kirchen in dieser Zeit unberührt. Mancherorts werden selbst während der Gottesdienste kleine Rasseln angeschlagen, die die Altarschellen ersetzen.

Karneval
Als Karneval, Fasching oder Fastnacht bezeichnet man die Zeit der Ausgelassenheit und Fröhlichkeit vor Beginn der österlichen Fastenzeit. Der Begriff Fastnacht wird vor allem in Franken, Hessen und sowie in Baden und der Schweiz verwendet. Vom Fasching spricht man vor allem in Bayern, Thüringen, Brandenburg und Österreich. Das Wort kommt von Vaschanc, was den Ausschank des Fastentrunks bezeichnete. Der Begriff Karneval bezieht sich in Deutschland in erster Linie auf den rheinischen Karneval. Die Herkunft des Wortes stammt von lat.: "carne vale" - "Fleisch lebe wohl" - der Verweis auf die folgende Fastenzeit, in der die Christen auf Fleisch verzichten sollen.

Karsamstag
Der Karsamstag (althochdeutsch "kara" = Klage, Kummer, Trauer) ist der letzte Tag der 40-tägigen christlichen Fastenzeit und der Karwoche. Auf ihn folgt Ostern. Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Christi. An diesem Tag gibt es keinen Gottesdienst. Der Altar der Kirche trägt keine Kerzen oder Blumen.

Karwoche
Karwoche (althochdeutsch "kara" = Klage, Kummer, Trauer) ist die Bezeichnung der Trauerwoche vor Ostern, der letzten Woche der christlichen Fasten- oder Passionszeit. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag mit dem Gedächtnis des Einzugs Jesu in Jerusalem und erreicht über den Gründonnerstagabend, an dem die Einsetzung der Eucharistie / des Abendmahls gefeiert wird, ihren Höhepunkt im Gedächtnis des Kreuzestodes Jesu am Karfreitag. Sie mündet am Ende des Karsamstags in die Feier der Osternacht.
Noch bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts war die Karwoche in weiten Teilen Deutschlands eine "geschlossene" Zeit, in der öffentliche Festlichkeiten und Vergnügungen nicht stattfanden.

Kasteiung
Kasteiung (v. lat. castigatio "Züchtigung") ist die Bezeichnung für freiwillige Entbehrungen und Leiden, die man zur Beschränkung der Sinnlichkeit auf sich nimmt. Im Mittelalter galt die Kasteiung als eine Form des Fastens.

Konzil von Nicäa (325)
Auf diesem ersten ökumenischen Konzil in der Stadt Nicäa wurde der christliche Festkalender festgelegt. Das Osterfest wird seit dem auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgesetzt.

Kreuzweg
Als Kreuzweg bezeichnet man ursprünglich die Nachahmung der Via Dolorosa (Schmerzhafte Straße) in Jerusalem als Stationenweg vor Wallfahrtskirchen. Der Kreuzweg ist in der Fastenzeit auch heute noch ein vielerorts praktiziertes meditatives Gebet vor den Stationen, oft auch ergänzt durch eine 15. Station, die der Auferstehung gedenkt.

Liturgische Farbe
Bei der Feier des Gottesdienstes tragen Geistliche je nach Fest- und Jahreszeit eine liturgische Kleidung mit einer bestimmten Farbe. In der Fastenzeit ist das Messgewand Violett, die Farbe der Buße. Am Karfreitag, dem Todestag Jesu, ist die liturgische Farbe Rot.

Misereor
Misereor ist eines der großen Hilfswerke der Katholischen Kirche in Deutschland. Jedes Jahr zur Fastenzeit organisiert Misereor eine große Fastenaktion, um den Ärmsten der Armen auf der ganzen Welt, unabhängig ihres Glaubens, zu helfen. Die Fastenaktion 2006 steht unter dem Motto der Geschlechtergerechtigkeit "Die Fülle des Lebens teilen".

Osterbeichte
Die Fastenzeit gilt in der katholischen Kirche als gebundene Zeit, d.h., in dieser Zeit sind die Christen an Verpflichtungen gebunden: Die Pflicht zum Fasten, Mitfeier der Karwoche und der österlichen Gottesdienste sowie auch die Teilnahme an der Osterbeichte.

Osterdatum
Das Osterdatum ist das Datum, auf das der Ostersonntag fällt. Das Osterdatum spielt eine zentrale Rolle im Kirchenjahr; von ihm hängen fast alle beweglichen Feiertage ab.
Auf dem ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325 wurde eine einheitliche Festsetzung des Ostertermins festgelegt. Aus einem Schreiben Kaiser Konstantins sowie einem der Synode lässt sich schließen, dass das Osterfest zu feiern sei:
1. an einem Sonntag
2. nach dem jüdischen Pessachfest
3. nach Frühlingsbeginn
Heute wird das Osterdatum mit Hilfe der Gaußschen Osterformel berechnet. Der erste mögliche Termin für Ostersonntag ist der 22. März, das letzte mögliche Datum der 25. April.

Osterfeuer
Vor der Feier der katholischen Osternachtsmesse wird ein kleines Feuer entfacht, das sog. Osterfeuer. Als Brandmaterial wird einerseits Holz verwendet, andererseits aber auch die nicht mehr benötigten Palmzweige von Palmsonntag. Nachdem sich die Gemeinde um das Osterfeuer versammelt hat, entzündet der Priester am Osterfeuer die Osterkerze, die danach als Licht in die dunkle Kirche getragen wird. Die Flamme versinnbildlicht dabei die Auferstehung Christi - Christus als Licht für die Welt.

Ostermesse
Die Ostermesse ist der Hauptgottesdienst der Ostertage und wird von der römisch-katholischen Kirche am Ostersonntag gefeiert. Aus Rom wird die Ostermesse seit Jahrzehnten vom Fernsehen übertragen. Der Höhepunkt ist der anschließende päpstliche Segen Urbi et orbi, den der Papst in vielen verschiedenen Sprachen spendet.

Ostern
An Ostern gedenken die christlichen Kirchen der Auferstehung Jesu von Nazareth vom Tod, wie sie durch die Bibel überliefert wird; es ist das höchste und wichtigste Fest der Christen.

Osternacht
Die Osternacht ist die Nacht zwischen Karsamstag und Ostersonntag. Sie ist im liturgischen Jahr der katholischen und orthodoxen Kirchen die "Nacht der Nächte": die Nacht der Auferstehung Jesu Christi von den Toten und damit die Nacht des Durchgangs aus dem Tod ins Leben.
1. Lichtfeier: Sie beginnt außerhalb der Kirche beim zu segnenden Osterfeuer, an dem die Osterkerze angezündet wird.
2. Wortgottesdienst
3. Tauffeier: In ihr wird das Taufwasser bzw. Osterwasser gesegnet.
4. Eucharistie: Sie ist der Höhepunkt der Osternachts-Liturgie.

Ostersonntag
Der Ostersonntag ist der wichtigste Tag der Osterfeiertage. Er beginnt mit der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag mit einem Gottesdienst. In diesem Gottesdienst wird an die Auferstehung Jesu erinnert. Nach diesem Gottesdienst erklingen die Glocken wieder, die am Karfreitag verstummt waren.

Palmbuschen
Ein Palmbuschen (Palmbesen, Palmstange) ist ein Gebinde aus verschiedenen Naturmaterialien wie Palmkätzchen, Zeder oder Stechpalme. Traditionell werden am Palmsonntag die Palmbuschen in der kirchlichen Prozession mitgetragen, mit Weihwasser gesegnet und in den Wohnungen im Herrgottswinkel hinter ein Kruzifix gesteckt.

Palmkätzchen
Palmkätzchen, auch bekannt als Weidenkätzchen, sind graugrüne, walzenförmige Blüten der weiblichen Salweide (Salix caprea). Sie sind in Mitteleuropa - mangels einheimischer Palmen - der Hauptbestandteil der am Palmsonntag in den Prozessionen mitgetragenen Palmbuschen.

Palmsonntag
Der Palmsonntag (lat.: Dominica in Palmis) ist der Sonntag vor Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. An diesem Tag wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht, als er auf einem Esel in die Stadt ritt und ihm mit Palmwedeln gehuldigt wurde.

Passionszeit
Als Passionszeit bezeichnet man im Christentum die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. Sie dauert 40 Tage.

Paul VI
1966 wurde unter Papst Paul VI das Fastengebot neu geordnet. Bis zu diesem Zeitpunkt war in der römisch-katholischen Kirche an allen Freitagen und in der österlichen Bußzeit das Fasten für jeden Gläubigen verbindlich vorgeschrieben. Seit Paul VI. gelten jedoch nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag als verbindliche Fasttage, an den übrigen Tagen der Passionszeit ist das Fasten jedoch weiterhin eindringlich empfohlen.

Pessach
Pessach (hebräisch) ist eines der drei israelitischen Wallfahrts-Feste und gehört zu den Hauptfesten im Judentum. Wörtlich bedeutet Pessach "Vorübergang" oder "Verschonung" und erinnert damit an den Auszug Israels aus Ägypten. Die Israeliten entkamen damals der dortigen Skalverei. Das Pessach wird im Familienkreis gefeiert. Am Sederabend, dem Auftakt des Festes, wird der Tisch mit Speisen von symbolischer Bedeutung gedeckt. Der Familienvater liest die Haggada, die mündliche Erzählung der biblischen Exodusgeschichte. Auch für Christen hat Pessach eine zentrale Bedeutung: Es war der Anlass für Jesus von Nazaret, nach Jerusalem zu gehen, wo er nach den Berichten der Evangelien gekreuzigt wurde. Pessach ist daher auch der Ursprung der christlichen Karwoche. Manchmal fallen das jüdische Pessach-Fest und Ostern auf den gleichen Tag.

Politischer Aschermittwoch
Der sogenannte politische Aschermittwoch stammt aus Bayern und hat seine Wurzeln im 16. Jahrhundert. Dabei trafen sich die Bauern an Aschermittwoch zum Vieh- und Rossmarkt und feilschten nicht nur über die Preise, sondern ließen sich auch über die königlich-bayerische Politik aus. Die Tradition wird heute von den politischen Parteien in den Aschermittwochsreden fortgesetzt.

Quadragesima
Quadragesima ist lateinisch und bedeutet soviel wie "40tägige Fastenzeit". Der Name Quadragesima ist seit Hironymus (um 384) bezeugt.

Ramadan
Der Ramadan (arabisch "der heiße Monat" ) ist der islamische Fastenmonat. Gemäß der Heiligen Schrift des Korans sind in dieser Zeit tagsüber leibliche Genüsse wie die Aufnahme von fester und flüssiger Nahrung, das Trinken von Wasser und auch das Rauchen verboten. Nach Sonnenuntergang werden dann oft besonders üppige Speisen serviert. Insgesamt unterscheidet sich der Charakter des islamischen Fastens sehr stark vom christlichen Fasten. Täglich findet eine Koranlesung statt und es werden religiöse Andachten gehalten Der gesamte Koran wird in 30 Teile aufgeteilt und im Laufe des Fastenmonats komplett rezitiert.

Synode von Benevent
Auf der Kirchenversammlung im Jahr 1091 wurde beschossen, die bis dahin 46 Tage und Nächte dauernde Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag rechnerisch auf 40 Tage zu verkürzen, um die Symbolkraft der Fastenzeit zu steigern, denn Jesus musste in der Wüste 40 Tage fasten. Um von 46 auf 40 Tage zu kommen, rechnete man einfach die 6 Fastensonntage nicht mehr dazu.

Therapeutisches Fasten
Das therapeutische Fasten ist ein Synomym für Heilfasten.

Triduum paschale
Unter Triduum paschale (lateinisch tri=drei, duum von diem=Tag, paschale=österlich) bzw. Ostertriduum versteht man die heiligen drei österlichen Tage und Gottesdienste, die zu den höchsten Festen im Christentum gehören: Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag.
1. Die Feier vom Letzten Abendmahl Jesu Christi am Gründonnerstag (Einsetzung der Eucharistie)
2. Die Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu Christi am Karfreitag (Kreuzestod und Erlösung)
3. Die Feier der Auferstehung Jesu Christi in der Nacht zum Ostersonntag (Auferstehung)

Verzicht
Der Verzicht spielt in der Fastenzeit eine große Rolle. In der Regel geht es dabei um die täglichen Mahlzeiten, die eingeschränkt werden sollen. Zudem soll auf sämtliche Genussmittel verzichtet werden. Da jeder Mensch aber unterschiedliche Bedürfnisse hat, kann die Form des Verzichts auch darin bestehen, auf alltägliche Gewohnheiten wie Fernsehen, Musik hören oder Computerspielen zu verzichten.

Violett
Die violette Farbe stellt in der Liturgie das Sinnbild für den Übergang und die Verwandlung dar und wird deshalb in den Bußzeiten vor Ostern (Fastenzeit) und vor Weihnachten (Advent) sowie bei Begräbnissen getragen. Liturgische Farben findet man auf kirchlichen Gewändern, Fahnen und Schmuck.